Literarische Nacht an der Berufsschule Main-Spessart
Ein Abend voll Poesie: Prosatexte und Lyrik aus eigener Feder - das ganze präsentiert von Berufsschülern. Ist so etwas möglich? Das Experiment ist geglückt: Ein ebenso spannendes wie unterhaltsames Programm boten Schüler und Lehrer in der Aula der Berufsschule Main-Spessart in Karlstadt.

Dunkelheit im Schulhof, eine romantische Lichterstraße aus kleinen Kerzen weist den Weg zur Tür. Sanfte Gitarrenmusik ertönt aus dem Schulhaus. Das einladende, romantische Ambiente macht neugierig auf die angekündigten Erlebnisse einer Literarischen Nacht. Fast 100 Besucher konnte Schulleiter Dieter Haueisen in der Aula der Berufsschule begrüßen. "Viele unserer Schüler", so Haueisen, "haben irgendwann, irgendwo, in irgendeiner Lebenslage schon mal etwas Kreatives zu Papier gebracht. Warum soll man diesen literarischen Kunstwerken nicht eine Tribüne bieten?'"

Und die Ergebnisse konnten sich wirklich sehen und "hören" lassen. Eine breite Palette von Gedichten und Texten aus dem Bereich Liebe und Leid, Verlust und Trauer, Traum und Wirklichkeit war geboten. Humorvolles und Nachdenkliches war ebenso dabei wie Phantasievolles und Lebensweisheit. Wer hätte gedacht, dass ein Schüler Andreas Peter, kaufmännischer Auszubildender im zweiten Jahr, an einer Romantrilogie im Genre Fantasy-Roman arbeitet? Oder dass Malerlehrling Manuel Brasch, gekonnt, fehlerlos und auswendig Shakespeares Hamlet rezitieren kann?

Heribert Zeller, Fachbetreuer für Deutsch, führte durch das vielfältige Nachtprogramm und bat auch einige seiner Lehrerkollegen nach vorn, die mit Mundartgedichten, Klassikern von Erich Kästner bis Joachim Ringelnatz, mit lustigen Sketchen und mit eigenen Werken den Abend bereicherten.

Großer Respekt - darüber waren sich die Besucher einig - für die jungen Menschen, die den Mut haben, ihre zum Teil sehr persönlichen Texte einem breiten Publikum zu präsentieren. Musikalisch gekonnt und einfühlsam wurde der Abend begleitet von Herrn Reiner Schmitt von der Musikschule Karlstadt an der Gitarre.

In seinem Schlusswort betonte der Schulleiter, dass er selten einen derart erfrischenden und unterhaltsamen Abend auf einem ganz beeindruckenden Niveau erlebt habe. Aus einer Vision wurde Wirklichkeit.

Neben dem stürmischen Applaus des Publikums - dem Lohn eines jeden Künstlers - gab es für alle Akteure einen Buchgutschein als Belohnung und bestimmt auch einen Eintrag ins Notenbüchlein des Deutschlehrers.



 



 




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