Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel

Kaufleute im Groß- und Außenhandel kaufen Waren aller Art bei Herstellern bzw. Lieferanten und verkaufen sie an Handel, Handwerk und Industrie weiter. Sie sorgen für eine kostengünstige Lagerhaltung und einen reibungslosen Warenfluss, d.h., sie überwachen die Logistikkette, prüfen den Wareneingang sowie die Lagerbestände, bestellen Ware nach und planen die Warenauslieferung.

Kaufleute im Groß- und Außenhandel arbeiten in Großhandelsunternehmen nahezu aller Wirtschaftszweige, z.B. in der Elektro-, Fahrzeug- oder Textilindustrie und in Außenhandelsunternehmen sowie in Im- und Exportabteilungen von Produktionsbetrieben aller Art.

Wie ist der Unterricht bei uns organisiert?

An der Berufsschule Main-Spessart wird bei der Ausbildung der Groß- und Außenhandelskaufleute ein differenziertes Unterrichtsangebot unterrichtet. Dies bedeutet eine Flexibilisierung der Stundentafel, um thematische Schwerpunkte ausgewählter Bereiche der Stundentafel (z.B. Kaufmännische Steuerung in der 10. Klasse) intensiver unterrichten zu können.


Neuordnung des Ausbildungsberufes ab 2006

Die Neuordnung des Ausbildungsberufes vertieft die Trennung der beiden Fachrichtungen Großhandel und Außenhandel. Auch in der neuen Ausbildungsordnung wird nun je nach Fachrichtung zwischen dem Fach Großhandelsgeschäfte und dem Fach Außenhandelsgeschäfte als Hauptprüfungsfach unterschieden (siehe §§ 9 und 10 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel). Der Ausbildungsrahmenplan sieht sowohl Fertigkeiten und Kenntnisse vor, die in beiden Fachrichtungen identisch sind, als auch solche, die sich je nach Fachrichtung unterscheiden.

Parallel zur Neuordnung des Ausbildungsberufes ist an den Berufsschulen in Bayern mit dem Schuljahr 2006/07 ein neuer Lehrplan für den Groß- und Außenhandel in Kraft getreten. Er umfasst die Ziele und Inhalte der 10., 11. und 12. Jahrgangsstufe. Alle Auszubildenden, egal mit welcher Ausbildungsdauer, beginnen in der 10. Jahrgangsstufe, welche nun als Fachklasse mit zweitägigem Unterricht ca. 50 % des Fachunterrichts abdeckt. Der Besuch einer allgemeinen Grundstufenklasse, welche mehrere kaufmännische Berufe zusammenfasst, ist nun nicht mehr vorgesehen. In der 11. und 12. Jahrgangsstufe besuchen die Schüler jeweils an einem neunstündigen Berufsschultag die Fachklasse. Der bayerische Lehrplan ist grundsätzlich auf die dreijährige Ausbildung abgestellt. Das heißt, dass Ausbildungsverhältnisse mit zwei- oder zweieinhalbjähriger Dauer - nach einer Übergangsphase - vom regulären Lehrplan her nur bedingt die Ausbildungsinhalte abdecken.

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Berufliche Qualifikationen:

An der Staatlichen Berufsschule Main-Spessart werden Auszubildende mit der Fachrichtung Großhandel beschult, Auszubildende mit der Fachrichtung Außenhandel an den Berufsschulen in Fürth und München.



Zwischen- und Abschlussprüfung

Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes findet eine schriftliche Zwischenprüfung aus den Bereichen Arbeitsorganisation, Warenwirtschaft sowie Wirtschafts- und Sozialkunde statt.

In der Abschlussprüfung werden folgende Fächer geprüft:

Schriftliche Prüfung

Prüfungsfach: Kaufmännische Steuerung und Kontrolle, Organisation

Prüfungszeit: 90 Minuten; Prüfungsform: gebundene Aufgaben





Prüfungsfach: Wirtschafts- und Sozialkunde

Prüfungszeit: 60 Minuten; Prüfungsform: gebundene Aufgaben





Prüfungsfach: Großhandelsgeschäfte

Prüfungszeit: 180 Minuten (bundeseinheitlich ab Sommer 2007); Prüfungsform: ungebundene Aufgaben!





Mündliche Prüfung

Prüfungsfach: Fallbezogenes Fachgespräch aus den drei Bereichen Wareneinkauf, Marketing, Verkauf und Kundenberatung

Prüfungszeit: 30 Minuten



Stundentafel laut Lehrplan ab 01.08.2006:



Fach  Jahrgangsstufe 10  Jahrgangsstufe 11   Jahrgangsstufe 12  
Religion 
Deutsch 
Sozialkunde 
Englisch 
kaufmännische Steuerung und Kontrolle 
Groß- und Außenhandelsprozesse  
Betriebs- und gesamtwirtschaftliche Prozesse 


Übersicht über die Lernfelder