|
 |
 |
 |
 |
 |
Partnerschule Dresden |
 |
|
Partnerschule Dresden - alte und neue Freunde
Nach der Wende mit Enthusiasmus ins Leben gerufen, über viele Jahre mit Kontakten und Freundschaften gepflegt, zwischenzeitlich ein wenig aus dem Blickfeld gerückt, aber im zurückliegenden Schuljahr erlebte sie eine große Renaissance: Die Partnerschaft der Berufschule Main-Spessart mit der Partnerschule in der Canalettostraße in Dresden.
Nach einigen Jahren silentium – vielleicht auch, weil das Schulleben der beiden etablierten Berufsschulen in Dresden/Sachsen und im Landkreis Main-Spessart in geordneten Bahnen verlief – war es doch höchste Zeit, die bewährten Kontakte aufzufrischen und zu pflegen. Somit erging im Frühjahr 2007 eine freundliche Einladung an unsere Partnerschule in Dresden für einen Besuch in Karlstadt. Die Zusage kam prompt und mit dankbarer Freude, so dass der Besuchstermin im Herbst 2007 zwischen den Schulleitungen vereinbart wurde.
Durstig, hungrig, aber mit freudiger Erwartung trafen die Dresdner Kollegen/innen am 21. September an der Schule in Karlstadt ein. Nach herzlicher Begrüßung konnten sich Gäste und Gastgeber an Spanferkel und frisch gezapftem Schulbier laben. Untermalt wurde der Abend mit einer ausführlichen Bildstrecke auf der Großbildleinwand mit Fotos aus „alter Zeit“. Über „weißt du noch“ oder „kennst du den noch“ kamen Erinnerungen hoch und die Gespräche in gemütlicher Runde dauerten bis spät in der Nacht.
Für den nächsten Tag stand ein gewaltiges Besucherprogramm auf der Tagesordnung. Am Vormittag durften die Gäste unter Führung des Schulleiters eine Stadtführung in Würzburg mit Besuch von Residenz und Hofgarten erleben. Am Nachmittag trafen sich Dresdner sowie Karlstädter und Lohrer Kollegen an der Mainschleife bei Volkach. Bei traumhaft schönem Herbstwetter starteten wir unsere Mainschleifentour mit einer Pilgerreise zur Wallfahrtskirche Maria im Weingarten. Im Gotteshaus erwartete uns Riemenschneiders Rosenkranzmadonna und wies uns nach kurzer Begrüßung und Andacht den Weg in das fränkische Weinland.
Weiter gings zu Fuß zum wohl schönsten Aussichtspunkt an der Mainschleife, der Vogelsburg. Bei frischem Federweißer konnte man den Blick über die Weinberge und das Maintal genießen. Durch die Wein-Spitzenlage des Escherndorfer Lump führte uns der Weg talwärts über die Fähre in den Weinort Nordheim zur Schlussrast im Gewölbekeller des Gasthauses „Zur Sonne“. Spätestens hier wurde den MSP-lern das Versprechen abgenommen für einen Gegenbesuch im neuen Jahr. Idealer Zeitpunkt – so die Vereinbarung der beiden Schulleiter, Herr Haueisen und Herr Bittner - sei wohl ein Wochenende im Juni.
Gesagt, getan, ein dreiviertel Jahr später traf unsere Reisegruppe – Kollegen/innen und Patner/innen mit dem Bus pünktlich in der Canalettostraße in Dresden ein. Und auch hier erwartete die Gäste das selbstgebraute Schulbier und diverse kulinarische Köstlichkeiten vom Grill der Lehrfleischerei. Gesprächsstoff gab es an diesem Abend genug. Man kannte sich ja – und nicht erst seit der Begegnung im vergangenen Herbst in Unterfranken. Wichtigstes Equipment im Schulhof der Dresdner Freunde war natürlich die Großbildleinwand – bereitgestellt für die Life-Übertragung des Fußball-Europameisterschaftspiels Deutschland-Portugal. Gemeinsam „brüllten“ die anwesenden Fans die Tore in das Netz.
Der nächste Tag bot zunächst Gelegenheit, die Landeshauptstadt auf eigene Faust zu erkunden. Der Besuch der wiedererstandenen Frauenkirche war für viele Unterfranken ein Muss. Stadtführung und Schifffahrt auf der Elbe wurden als Alternativprogramme geboten. Ein besonderer Augen- und Ohrenschmaus war der Besuch des Neuen Grünen Gewölbes im Dresdner Residenzschloss. Die Kunstschätze des Wettiner Fürstenhauses wurden uns durch eine fachkompetente, kunst- und kulturhistorisch bewanderte Führerin einfühlsam und spannend präsentiert. Den modernen Sehgewohnheiten entsprechend, ist es dort möglich, sich auf Details zu konzentrieren, denn die doppelt entspiegelten Vitrinen gestatten es, die Werke „mit den Augen zu berühren“. Gekonnt gelang es der „Meisterin“, die Kunstobjekte in ihrer dreifachen Genialität zu veranschaulichen: Jeder Schatz eine Symbiose aus Bildern der antiken Mythologie, künstlerischer Meisterleistung und technologisch professioneller Handwerkskunst. „Bin ich Ihnen zu theatralisch?“ Nein! Denn nur so wurden Auge, Phantasie und Kunstverstand in harmonischem Dreiklang zusammengeführt.
Unübertreffliches Highlight des Tages war jedoch der Besuch der Semperoper am Abend. Wir besuchten die Aufführung „Der Widerspenstigen Zähmung“, ein Ballett in zwei Akten von John Cranko nach William Shakespeare. Die Dresdner Kollegen hatten für uns durch frühzeitige Kartenvorbestellung Plätze im berühmten Musentempel an der Elbe gebucht und wir erlebten einen Kunstgenuss der ganz besonderen Art. Wenn auch nicht jeder Besucher den geforderten Bezug zu Ballettdramaturgie und Choreographie besitzt, so überzeugte uns jedoch alle die Meisterleistung einer Balletttruppe, die zu den Spitzencompagnien im Genre der darstellenden Kunst zählt. Absolut faszinierend, wie es den Tänzern gelingt, die drei Handlungsstränge nach dem Shakespeare-Vorbild in Szene zu setzen, „nur“ mit den beiden Ausdruckmitteln Musik und Tanz. All das mit ausdrucksstarker und feinsinniger Mimik, einer zauberhaften Gestik sowie herrlich dynamisierter Körpersprache. Kurzum. Wir waren begeistert! Am nächsten Tag machten wir noch Halt in der Goethestadt Weimar und erlebten in einer zweistündigen Führung einen Einblick in Leben und Wirken unserer deutschen Dichterfürsten.
All das verdanken wir den guten partnerschaftlichen Beziehungen zu unseren Kollegen/innen und Freunden der Dresdner Berufsschule. Vielen Dank an alle, die den Austausch organisiert haben und über viele Jahre aufrecht erhalten haben. Sachsen und die Landeshauptstadt sind auf jeden Fall eine Reise wert! Es bleibt der Wunsch, die neu formierte Schulleitung der Staatlichen Berufsschule Main-Spessart möge die Schulpartnerschaft weiterhin so gut pflegen und am Leben erhalten.
Heribert Zeller
|
 |
 |
|
 |
|
|
 |
 |
Planspiel Börse |
 |
|
Das Planspiel Börse der Sparkasse Main-Franken, ist eine gute Möglichkeit für die Schüler den Umgang mit Aktien zu erlernen. Jede Spielgruppe hatte einen Einsatz von 50000,- € mit dem sie Aktien erwerben konnte. Nach 4 Monaten wurde abgerechnet und die erfolgreichsten Gruppen durften ihre "Erfolgsstrategie" vorstellen.
|
 |

|
Projekt Unternehmensgründung |
 |
|
Beim Projekt Unternehmensgründung mussten die Schüler sich über die steuerlichen, finanziellen,und rechtlichen Bedingungen einer Gründung klar werden. Die Ergebnisse setzten die Schüler in einer PP-Präsentation um. Anschließend unterrichteten sie als Experten andere Schulklassen unserer Schule. Hier möchte ich mich bei Herrn Helfrich von der HWK und Herrn Herrn Braun vom Gründerservicenetz MSP für ihre Vorträge und die Unterstützung bedanken.
|
 |

|
Unterfränkisches Jugendfrisieren |
 |
|
Unterfränkisches Jugendfrisieren am 13. April 2008 in Kitzingen Das Jugendfrisieren ist ein Leistungswettbewerb für Lehrlinge und junge Gesellen. In verschiedenen Disziplinen und Jahrgangsstufen können sich die Friseure und Friseurinnen ihrer Konkurrenz stellen. Das Jugendfrisieren findet jedes Jahr in einer anderen unterfränkischen Innung statt, dieses Jahr in Kitzingen.
Für Berufsanfänger gab es leichtere Wettbewerbe, zB. Fönen am Damen - oder Herrenmodell oder das Erstellen eines Tages Make-ups. In den höheren Jahrgangsstufen wurden dann schon topmodische, kreative Haarschnitte verlangt unter dem Motto Cut and Color. In den Einzelwettbewerben konnte sich jeder Teilnehmer je nach Talent und Ehrgeiz den passenden Schwierigkeitsgrad und unterschiedliche Arbeiten aussuchen.
Für den Berufsschulwettbewerb unter dem Motto " Steigerung in Form und Farbe" wurden von der Berufsschule MSP fünf Gruppen zur Beurteilung geschickt.
Drei bis fünf Schüler/innen teilten sich folgende Arbeiten: Erstellen einer kreativen Frisur an einem Langhaarkopf nach einem selbst gewählten Thema. Passend dazu war eine Haarfarbe in verschiedenen Tönen, Haarschmuck und Dekoration sowie das Make-up auszusuchen.
|
 |

|
vorher- nachher |
 |
|
|
 |
 |
Unterfränkische Friseurmeisterschaft |
 |
|
Aus der Presse ….
Unterfränkische Friseurmeisterschaften in Aschaffenburg Schüler der Berufsschule Main-Spessart erfolgreich Sechs Schülergruppen mit je drei Personen aus allen drei Jahrgangsstufen stellten sich dem Berufsschulwettbewerb. Die Prüfung wird jedes Jahr im Bezirk Unterfranken durchgeführt und fand in diesem Jahr in Aschaffenburg statt.
Es musste diesmal eine Frisur erarbeitet werden mit dem Thema "Steigerung in Form und Farbe". Passend dazu musste ein harmonisches Make-up und eine künstlerische Nagel-Gestaltung kreiert werden. Die Schüler konnten dabei alle Möglichkeiten der künstlerischen Gestaltung ausschöpfen und ihrer Phantasie freien Lauf lassen.
Von einer Fachjury wurden sodann die Idee, die Sauberkeit der Ausführung und die kreative Gestaltung beurteilt. Die Schüler im Friseurhandwerk aus dem Landkreis Main-Spessart waren sehr erfolgreich und konnten mehrere Pokale und Urkunden mit nach Hause nehmen. Applaus für diese hervorragende Leistung gab es vor allem von den Damen und Herren der Friseurinnung und von den Lehrkräften der Berufsschule.
|
 |

|
|
 |
|
 |
 |
Corinna Eitel holt den ersten Preis |
|
 |
 |
Hilfe für Afrika |
 |
|
Berufsschüler sammeln für Tansania Die SMV übergibt 600 € Spende Schon seit Jahren engagiert sich die Berufsschule Main-Spessart für ein Hilfsprojekt in Tansania/Afrika. Hilfe durch Selbsthilfe - so lautet das Motto des Dogo-Dogo- Vereins, der in der Region Bunju bei Daressalam eine Berufsschule mit Spendengeldern unterstützt. Dort können junge Menschen einen handwerklichen Beruf erlernen und erhalten mit bestandener Gesellenprüfung einen Werkzeugsatz zur Existenzgründung geschenkt. Mit bescheidenen Mitteln, aber dennoch äußerst effektiv, können die Junghandwerker ihren Lebensunterhalt bestreiten und eine Familie ernähren. "Das Spendengeld ist deshalb sehr gut angelegt", betonte Martin Wetterich aus Rottenbauer, der Vorsitzende des Vereins bei seinem Besuch an der Berufsschule Main-Spessart in Karlstadt. Er berichtete den Schülern über die laufenden Projekte in der Hilfsregion. Es werden einfache Häuser für die Handwerksfamilien gebaut und seit einiger Zeit kümmert sich der Verein verstärkt um die Straßenkinder in Daressalam.
Die Vertreter der SMV an der Berufsschule berichteten Herrn Wetterich über ihre Sammelaktion. Die Sammelbüchse wanderte am Nikolaustag und später dann am Valentinstag durch das Schulhaus und der Weihnachtsbasar ergab ebenfalls einen stolzen Betrag für das Spendenkonto. Unterstützt wurden die Berufsschüler von den Religionslehrern und dem Vertrauenslehrer Herrn Ulrich Müller.
|
 |

|
Comeniusprojekt |
 |
|
Fremdsprachenprojekt Zusammen mit der Escola Profissional de Cortegaca führt die Berufsschule Main Spessart im Schuljahr ein Comenius Fremdsprachenprojekt durch: http://www.ep-cortegaca.rcts.pt/
Der komplette Titel lautet: Grundlagen der Brennstoffzellentechnik. Neue Technologien: Alternative Antriebsmöglichkeiten für z.B. Kraftfahrzeuge anstelle von Verbrennungsmotoren. Technische Kommunikation zwischen zwei Partnern unterschiedlicher Muttersprache. Damit Schulen über Ländergrenzen hinweg an gemeinsam ausgewählten Projektthemen arbeiten können, hat die Europäische Union 1995 das Aktionsprogramm SOKRATES für den Bildungsbereich aufgelegt. Zur Durchführung der Projekte treten Lehrer als Vermittler und Multiplikatoren über das SOKRATES-Teilprogramm COMENIUS 1 (Schulpartnerschaften) mit Partnerschulen aus anderen europäischen Staaten in Kontakt.
Seit 1995 haben sich europaweit über 12.000 öffentliche Schulen sowie staatlich anerkannte und geförderte Schulen an diesem Programm beteiligt. Schüler und Lehrer haben mit viel Engagement interessante Projektergebnisse erstellt und für ihren Schulalltag und für ihr europäisches Verständnis neue Erfahrungen gewonnen.
Anfang November 2002 fand der vorbereitende Besuch für unser Projekt in Cortegaca statt. Neben dem kulturellen Austausch stand im Vordergrund die technischen Inhalte, sowie die Abwicklung der Projektarbeit zu besprechen.
Im März reisen ca. 15 Schüler der Kfz- Abteilung nach Portugal, um dort Versuche und Experimente zur Brennstoffzellen-Technologie durchzuführen. Im Gegenzug kommen die portugiesischen Schüler im Mai nach Main-Spessart, um die Ergebnisse zu sichern und präsentieren.
Damit wenigstens eine Grundlage an Sprachkenntnissen vorhanden ist, lernen die Schüler in ihrer Freizeit die Sprache des jeweiligen Gastlandes.
Andere EU-geförderte Projekte finden sie unter folgendem LINK: EU geförderte Projekte
|
 |

|
Theaterprojekt |
 |
|
Gewalt unter Jugendlichen - Ausnahme oder Realität? Unterhaltsamer und lehrreicher Theaternachmittag an der Berufsschule "Und dann kam Alex" - mit diesem Theaterstück war das Ensemble Radiks aus Berlin in der Berufsschule Main-Spessart zu Gast. Am Vormittag am Standort Lohr, am Nachmittag in Karlstadt boten die beiden Schauspieler ein eindrucksvolles Spiel zum Thema Mobbing und Gewalt unter Jugendlichen.
Schwer atmend, mit starren Gesichtszügen steht Alex auf der Bühne und führt mit zitternder Hand eine Pistole an seine Schläfe. Die Zuschauer - 120 Schüler und Schülerinnen aus verschiedenen Fachbereichen - warten angespannt: Was wird passieren? Wie kam es zu dieser verzweifelten Tat? Ein fiktiver Fall: Der 17-jährige Schüler Alex B. wurde nach eigenen Aussagen über Jahre hinweg von Mitschülern gemobbt und gedemütigt. Um diesen zu imponieren, schlägt er - als Mutprobe - einen wehrlosen älteren Mann. Alex weiß nicht, dass seine "Mutprobe" gefilmt und per Handy an andere Mitschüler gesendet wurde. Das Video wird von Lehrern der Schule entdeckt. Alex flüchtet, dringt am nächsten Tag bewaffnet in die Schule und will erzwingen, dass die Mitschüler gestehen, ihn gezwungen zu haben, den Mann zu schlagen. Sein Vorhaben misslingt. Nachdem er mehrere Stunden mit einigen Geiseln in einem Klassenraum verbracht hat, beschließt er, sich das Leben zu nehmen. Hier setzt das eigentliche Stück an: Alex beginnt zu erzählen.
In der Art eines Stationendramas führt uns nun Alex in seine Welt: Eine Welt, die einerseits geprägt ist durch die Suche nach Nähe und Anerkennung, andererseits aber durch Sprachlosigkeit und Ignoranz. In kurzen prägnanten Szenen schildert Alex sein Verhältnis zu seinen Eltern, spricht über seine Wünsche und Ängste. Aber auch andere kommen zu Wort: eine Jobvermittlerin, die Sekretärin der Schule und eine Mitschülerin seiner Klasse.
Dabei sind die Schauspieler nicht zimperlich. Sie spielen nicht nur auf der Bühne, sondern nutzen sogar den Zuschauerraum für die Darstellung ihrer Geschichte. Als Alex seinen Frust über die Schikanen seiner Mitschüler herausschreit, fegt er schäumend vor Wut durch die Zuschauerreihen. Der Bezug zu den Themen der Jugendgewalt wird deutlich: Beziehungslosigkeit innerhalb der Familie, Perspektivlosigkeit, Drogen- und Alkoholkonsum. Eine Schülerin äußert sich bei der anschließenden Diskussion: "Mir hat euer Spiel gefallen, solche Mobbing-Szenen mit aggressiven Gewaltausbrüchen habe ich im Freundeskreis auch schon erlebt."
|
 |

|
Bücherverbrennung |
 |
|
Bücherverbrennung im Nazi-Deutschland Hans Driesel an der Berufsschule zu Gast Vor 75 Jahren, am 10. Mai 1933, inszenierten die Nationalsozialisten in straff organisierten und ritualisierten Feiern landesweit die Vernichtung des „zersetzenden Schrifttums“. Hans Driesel, bekannt als literarischer Rezensent und Betreuer des Schrotturmtheaters in Schweinfurt konnte für eine Dichterlesung and der Berufsschule Main-Spessart gewonnen werden.
In einer kurzen Video-Sequenz erlebten die Berufsschüler zunächst ein Stück Zeitgeschichte. Die so genannten „Feuersprüche“ rufend, wurden Bücher der als dekadent gebranntmarkten Autoren in einer theatralischen Inszenierung ins Feuer geworfen. Hans Driesel stellte die provokative Frage „Kann so etwas wieder passieren?“ an den Anfang seines Vortrages. Der engagierte Literat weist auf den Film „Die Welle“ hin und erinnert an das Massaker von Srebrenica in Bosnien-Herzegowina. Naziideologie, rechtsradikale Manipulationen und Völkermord gehörten keineswegs der Vergangenheit an. Auch mit der Verurteilung unserer Großelterngeneration solle man vorsichtig sein, so Driesel. Denn: „Wer weiß, wie begeisterungsfähig ihr alle für die Naziideologie gewesen wäret.“ Deshalb Driesels Appell an die Berufsschüler: „Wir müssen die Erinnerung an diese Zeit wach halten!“
Mit großem rhetorischen Geschick stellte der Literat Hans Driesel die verfemten Schriftsteller mit ihren bekanntesten Textbeispielen vor. Die Anti-Kriegs-Literatur von Erich Maria Remarque, die genialen Satiren des Kurt Tucholsky, die provokative und menschenkritische Literatur des Bethold Brecht. Besonders ausführlich rezensierte Driesel aus den Texten und Gedichten von Erich Kästner. Der Kritiker und Satiriker – vielen Schülern durch seine Jugendliteratur bekannt – konnte sich wie kein Zweiter in den kleinen Menschen hineinversetzen. Die Bissigkeit seiner Satiren ist ebenso bemerkenswert wie sein Appell an die Aufrichtigkeit und den erzieherischen Appell in seiner Jugendliteratur. Driesel zitierte unter anderem aus dem satirischen Gedicht „Die höheren Töchter“ aus dem Sozialdrama „Inferno im Hotel“, der provokanten Lyrik „Abendlied des Kammerdieners“. Gerade letzteres zeigt deutlich, wie ein phantasievolles Liebesgedicht mit seinen für die damalige Zeit pornographisch anmutenden Anaphern für die Pseudomoral der Nationalsozialisten völlig untragbar war. Kästner war für die Nazis der Kulturbolschewist und Zersetzungsliterat. Der „undeutsche Geist“ wurde gedemütigt, diffamiert und ausgerottet. Nicht zum ersten Mal, so Hans Driesel, bewahrheite sich das berühmte Zitat von Heinrich Heine: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“
|
 |
 |
|
 |
|
|
 |
 |
Weltenbummler |
 |
|
Ein Weltenbummler auf Abenteuerreise Jürgen Seufert referiert vor Berufsschülern Vier Tage lang referierte der Karlstadter Abenteurer Jürgen Seufert nachmittags in der Aula der Berufsschule Main-Spessart am Schulort Karlstadt vor verschiedenen Klassen. Die Vortragswoche organisierte Lehrer Winfried Reischl.
Vor allem das Leben ist die Schule eines Menschen – so versteht der 26-jährige Jürgen Seufert seine unzähligen Erlebnisse auf seiner Reise in Südostasien und Australien aus dem Rückblick von heute. Täglich versammelten sich zum Stundenwechsel um 14:05 Uhr bis zu Hundert Schülern aus unterschiedlichen Berufsgruppen in der Aula. Die Lautsprecheranlage mit Mischpult stand bereit, die Groß-Leinwand hing parat, die Schüler waren gespannt, Jürgen startete seine PowerPoint-Präsentation.
Ursprünglich waren es 3000 Fotos. Jürgen sortierte die besten 270 Bilder für seinen Vortrag heraus. Er nimmt die Schüler und Lehrer auf seine Abenteuerreise mit. Mit dem Flugzeug flog er samt Fahrrad nach Bangkok. Mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln erkundete er Thailand, Vietnam, Laos und Kambodscha. 8000 Kilometer standen nach eineinhalb Jahren auf der Tachonadel seines Fahrrads. Die grausamen Schrecken des Vietnamkrieges konnte er nacherleben. Aufmerksame Schüler verfolgten interessiert seine Erzählungen. Über Malaysia suchte er seinen Weg nach Australien und Neuseeland. Ab jetzt hieß es Trampen, Geldverdienen auf Obstplantagen oder Farmen.
Nach einigen Monaten setzte der Weltenbummler seine Reise mit einem klapprigen Kleinbus fort. Und das alles alleine? Nein! Jürgen und die gleichaltrige Julia Peck aus Washington D.C. lernten sich auf der Reise kennen und beide erlebten die Liebe auf den ersten Blick. Das nächste Reiseziel von Jürgen? Natürlich nach Washington D.C. zu seiner Julia. Er möchte dort etwas sesshafter werden und ein Studium beginnen. Abschließend rät Jürgen den Schülern: Erweitert euren Horizont, schaut euch die Welt an, erkennt mit offenen Augen die Armut in anderen Ländern, hört auf zu jammern, genießt und schätzt euer Leben in Deutschland. Es ist 16:20 Uhr – Unterrichtsende.
|
 |
 |
|
 |
|
|
 |
 |
Englisches Theater |
 |
|
The Flying Fish Theater presents: „Furious Games“
Englischsprachige Gäste waren in der Berufsschule zu Gast – ein deutliches Indiz für die Internationalität unserer Schule. Die Englische Theatergruppe „The Flying Fish“ hat in 6 ausgewählten Klassen das Stück „Furious Games“ aufgeführt. Da alles auf Englisch vor sich ging, mussten die Klassen natürlich gut vorbereitet werden. Die Vorbereitung begann bereits 3 Wochen vorher, indem alle Beteiligten die erste Szene des Stücks auf Cd hören konnten und mit Unterstützung des Lehrers übersetzen mussten. Da das Thema für die Altersgruppe der Schüler äußerst relevant ist, wurde es in den betroffenen Klassen auch umfangreich debattiert.
„Furious Games“ ist nämlich Dramatisches Drama. Der Protagonist, John, ist ein sensibler Teenager wie man ihn auch hier kennt. Leider wird er ständig an drei Fronten angegriffen und gemobbt. Seine Eltern haben zum Beispiel nie Zeit für ihn, hören ihm nie zu. Obwohl sie ihm alle materiellen Wünsche erfüllen, fehlen ihm zu Hause sowohl Aufmerksamkeit als auch Zuwendung und Sicherheit. Sein Vater verlangt immer mehr schulische Leistungen von ihm ohne sich eigentlich wirklich für ihn zu interessieren.
In der Schule geht es ihm nicht viel besser. Johns Lehrer wollen auch nicht mit ihm sprechen und kritisieren anstatt zu reden. Von seinen Mitschülern kann er ebenfalls keine Hilfe oder gar Freundschaft erwarten. Besonders die frühere gute Freundin, Rachel, tyrannisiert ihn und macht ihn vor Anderen lächerlich.
Überall in unserer Welt erfolglos und verfolgt zieht sich John immer mehr zurück. Seine einzigen Freunde „trifft“ er in Chat-Rooms, die er zwischen dem Spielen von vielen gewalttätigen Computerspielen besucht. Gefangen von diesem virtuellen Leben überlegt er ständig, wie er reale Aufmerksamkeit bekommen kann. Schließlich entwickelt er einen radikalen und gefährlichen Plan.
Als die Schulleiterin ihm eigentlich zu helfen versucht, nachdem er terroristische Drohungen an der Tafel hinterlassen hat, fasst er ihre Versuche, mit ihm zu reden, nur als Provokation auf. Die mitgebrachte Pistole wird mitten im Gespräch herausgeholt und nach unablässigen Demütigungen seiner Helferin erschießt John die Schulleiterin. Angedeutet wird im Stück auch ein weiterer Amoklauf mit selbstmörderischem Ende.
Die Problemstellung ist nun: Wer hat Schuld? Wie können wir einen unkontrollierten Amoklauf verhindern? Gibt es überhaupt Anzeichen im Voraus?
Nach der Vorstellung hatten die Zuschauer die einzigartige Möglichkeit, den Schauspielern alle beliebigen Fragen zu stellen und entweder ihr Englisch dabei zu üben oder von den anwesenden Englischlehrern ihre Fragen übersetzen zu lassen. Das Interesse der Schüler war beeindruckend und das Englischlehrer-Kollegium darf besonders stolz auf die ausgezeichneten Sprachkenntnisse der Zuschauer sein. The play Furious Games is culture, education and action in one unit.
|
 |
 |
|
 |
|
|
 |
 |
Kommunalwahl |
 |
|
Projektarbeit: Kommunalwahl 2008
Zur Kommunalwahl im März dieses Jahres hat die Klasse Bük 11 (Bürokaufleute, 2. Lehrjahr) in einem mehrwöchigen Projekt eine Collage im Foyer am Schulstandort Karlstadt gestaltet. Zunächst wurden verschiedene Arbeitsaufträge an Kleingruppen innerhalb des Klassenverbandes verteilt: Einholung von Informationen über die Wahl, die Kandidaten Parteien und Wählergruppen. Dabei wurde im Internet recherchiert, die Parteien angemailt und das Landratsamt besucht. Anhand der so ermittelten Unterlagen wurden die Kandidaten für die Landratswahl in Main-Spessart auf Plakaten vorgestellt, das Wahlsystem mit seinen bayerischen, basisdemokratischen Besonderheiten (kumulieren, panaschieren) plakativ erläutert sowie die Sitzverteilung im Kreistag unseres Landkreises mit Hilfe einer Tabellenkalkulation als Kreisdiagramm illustriert. Die Ergebnisse waren dann für einige Wochen vor dem Wahltermin für die Schüler und Besucher des Schulstandortes Karlstadt ersichtlich, so dass sich vielleicht doch der eine oder andere unentschlossene Schüler hat animieren lassen, zur Wahl zu gehen und sein Kreuze zu machen. Abgerundet wurde die Aktion durch ein Wahl-Quiz, das in mehreren Klassen durchgeführt wurde. Bei über 100 Teilnehmern hat ein Schüler, Ephrain Sanchez (GK 11b2), alle Antworten gewusst und den 1. Preis, einen Schoko-Osterhasen, eingeheimst.Martin Mennig
|
 |
 |
|
 |
|
|
 |
 |
|
 |
|