Europa macht sich für Deutschland bezahlt!
Informationsstunde der Hanns-Seidel-Stiftung für Berufsschüler
Main-Spessart: Zu einem Vortrag „Warum braucht Deutschland die EU?“ hatte die Hanns-Seidel-Stiftung in die Berufsschule Main-Spessart nach Karlstadt eingeladen. Schulklassen aus allen Fachbereichen waren hierzu mit ihren Lehrern erschienen.
In seiner Begrüßung ging Schulleiter Bernd Büttner auf den derzeit laufenden Wahlkampf zur Europawahl ein. Paul Hufnagel, Regionalbeauftragter der Hanns-Seidel-Stiftung, stellte kurz seine Organisation, ihren politischen Bildungsauftrag und die Seminargebäude in Wildbad Kreuth, Kloster Banz und München vor. Anschließend übergab er das Wort an den Fachreferenten Peter Bauch, freier Dozent und ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundestagsverwaltung. Er ging auf den europäischen Markt und seine Institutionen ein.
Bauch hob hervor, „dass wir dank des europäischen Einigungsprozess der letzten Jahrzehnte in der längsten Friedensperiode auf unserem Kontinent leben“. Ursächlich hierfür sei der gemeinsame und erfolgreiche Versuch des „Europa-Clubs“ in einer Werte-, Wirtschafts- und Wohlstandsgemeinschaft den Frieden zu erhalten. Dies habe letztendlich nur gelingen können, weil sich die EU-Staaten übereinstimmend zu Demokratie, Sozialer Marktwirtschaft und Achtung der Menschenrechte verpflichtet hätten.
Der europäische Binnenmarkt mache sich nach fester Überzeugung des Referenten tagtäglich für den Exportweltmeister Deutschland bezahlt. Denn 65 % unserer Exportgüter würden zollfrei in die restlichen 26 EU-Staaten verkauft. Die Transferfreiheit für Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen bewirkten für unser Land und unsere Verbraucher mehr Wettbewerb, größere Auswahl und billigere Preise.
Bei der Darstellung der Europäischen Institutionen EU-Rat, Ministerrat, EU-Kommission und EU-Parlament hob Peter Bauch anlässlich der Europawahl die Wirkungsmöglichkeiten und Bedeutung des Parlamentes deutlich hervor. Viele Bürger, die am kommenden Sonntag zum Gang an die Wahlurne aufgerufen sind, seien leider zu wenig über die Bedeutung ihres Stimmrechtes informiert. Denn das Europäische Parlament sei für den Haushalt und somit für die Verwaltung und Vergabe der nationalen EU-Abgaben zuständig. Außerdem nähmen die europäischen Parlamentarier zur EU-Erweiterung Stellung, kontrollierten die mächtige EU-Kommission und beschlössen über die von Kommission und Ministerrat getroffenen Vorschläge. Abschließend konnte Herr Bauch die Mär vom „Zahlmeister Deutschland“ fundiert mit Zahlen relativieren.
In ihren Schlussworten appellierten sowohl Paul Hufnagel von der Hanns-Seidel-Stiftung als auch Schulleiter Bernd Büttner an die Schüler, von ihrem demokratischen Recht Gebrauch zu machen und am Sonntag zur Wahl zu gehen oder unverzüglich die Briefwahl zu beantragen.